Schach Verbandsliga, Nürtingen holt 4:4 gegen Pfullingen

Mit einem leistungsgerechten 4:4 Unentschieden gegen Pfullingen beendete die Nürtinger Erste das Jahr 2015 mit ausgeglichenem Punktekonto in der Verbandsliga. In der Kreisklasse unterlag Nürtingen IV bei Esslingen III deutlich 2,5:5,5. Etwas besser machte es Wendlingen II, die den favorisierten Gästen aus Ostfilder gut Paroli boten und sich nur knapp mit 3,5:4,5 geschlagen geben mussten. Grafenberg setzte sich gegen Plochingen II ungefährdet mit 5,5:2,5 durch.

Verbandsliga
Zum letzten Verbandsligaspiel im Jahr 2015 empfing der SV Nürtingen mit den Schachfreunden Pfullingen einen Gegner, der viele Jahre in der Oberliga Württemberg seine Bahnen zog und unerreichbar schien. Die Nürtinger Zugänge der letzten Jahre haben aber dazu geführt, dass man sich mittlerweile auf Augenhöhe begegnet. Besonders gern erinnert man sich bei den Gastgebern an den letzten Spieltag der Vorsaison. Mit einem hart umkämpften, knappen Erfolg sicherte man seinerzeit den endgültigen Verbleib in der Verbandsliga.
Heuer waren die Vorzeichen deutlich weniger dramatisch. Obwohl die Gäste von der Echaz aufgrund ihres sehr schweren Auftaktprogramms nur zwei Unentschieden aus den ersten drei Runden auf der Habenseite verbuchen konnten, gehören sie wie die Nürtinger nicht zu den Verbandsligisten, die sich große Sorgen um den Klassenerhalt machen müssen. Dies spiegelte auch der enorm ausgeglichene Spielverlauf wider. Allerdings mussten die Pfullinger die Gunst der Schachgöttin Caissa bemühen, um nicht bereits nach wenigen Zügen in Rückstand zu geraten. Die zu optimistische Eröffnungsbehandlung seines Gegenübers hatte Neuzugang Claudius Mehne glatt widerlegt. Doch eine Fehlberechnung ließ ihn an eine theoretische Remisstellung glauben und man einigte sich auf das vermeintlich unvermeidliche Unentschieden. Die nachfolgende Analyse zeigte aber, dass Mehne mit nur einem weiteren genauen und naheliegenden Zug klar in Vorteil gekommen wäre. Schade um die verpasste Chance! Nun ging es schon Schlag auf Schlag. In kurzer Folge remisierten Arnd-Rüdiger Schwarz, Stefan Auch und Bernhard Weigand ihre Partien in denen jeweils keine Seite nennenswerte Vorteile nachweisen konnte. Mehr Aussichten auf einen Erfolg schien Sascha Mareck am Spitzenbrett zu haben. Sein starker Freibauer zwang seinen Kontrahenten letztlich zu einem Materialopfer. Dieser hatte durch umsichtige Verteidigung jedoch so viel Gegenspiel erhalten, dass er sich durch ein Dauerschach in ein weiteres Unentschieden retten konnte. Doch damit nicht genug: auch Klaus Templin beendete sein Spiel mit diesem Ergebnis. Zunächst musste er sich dabei einem unangenehmen Königsangriff erwehren, der aber nach einem gegnerischen Zögern versandete. Nun drehte Templin den Spieß um und erreichte seinerseits ein vielversprechendes Endspiel in dem er sich auf sein starkes Läuferpaar stützen konnte. Am Ende reichte es doch nicht ganz zum Sieg. Diesen benötigten die Gastgeber nun aber dringend, da Michael Doll nach ungenauem Spiel in eine Verluststellung geraten war. Sein Gegner baute seine Vorteile systematisch aus und zwang Doll zur Aufgabe. Glücklicherweise bewies Nürtingens Mannschaftsführer Gerd Aring Übersicht und starke Nerven. Mit den schwarzen Steinen übernahm er die Initiative und sicherte sich sowohl Raumvorteil als auch gute Felder für seine Figuren. Dem anhaltenden Druck war sein Kontrahent schließlich nicht mehr gewachsen. Mit diesem schön herausgespielten Positionssieg rettete Aring seiner Mannschaft ein insgesamt verdientes 4:4-Unentschieden gegen Pfullingen, mit dem beide Seiten wohl leben können.

Kreisklasse:
Eine deutliche Angelegenheit war das Aufeinandertreffen zweier noch sieglosen Mannschaften in Esslingen. Die Nürtinger Vierte hatte sich eigentlich mehr ausgerechnet als ein 2,5:5,5. Die Führung der Gastgeber an Brett 8 konnte Christian McNally durch einen Gegenangriff noch ausgleichen. Dann setzten sich aber die deutlich erfahreneren Esslinger an den Brettern 2, 5 und 7 durch. Youngster Roman Malich konnte für die Gäste noch einmal verkürzen, aber außer einer Punkteteilung von Tim Bentsche kam für die Nürtinger nichts Zählbares mehr heraus, so dass man jetzt die Rote Laterne übernahm. Auch in der nächsten Runde wird´s schwer, dann treffen die Jugendlichen im Lokalderby auf den TSV Grafenberg.
Wendlingen konnte nur zu Siebt gegen die leicht favorisierten Gäste aus Ostfildern antreten, doch an den gespielten 7 Brettern erreichte man ein 3,5:3,5. Während die hinteren Bretter alle verloren gingen, gewannen vorne Jürgen Zink, Matthias Kessler und Waldemar Friesen. Das einzige Unentschieden steuerte Markus Machtolf bei. Damit verharrt Wendlingen mit nur einem Pluspunkt auf der Habenseite, den Gästen reichte der knappe Erfolg zur Tabellenführung.
Nach zwei deutlichen Niederlagen kam der TSV Grafenberg zu einem wichtigen Sieg gegen die 2. Mannschaft der SF Plochingen. In ausgeglichenen Stellungen remisierten zunächst Dieter Greiner und Volker Lang. Dann brachte Mannschaftsführer Hartmut Hummel Grafenberg durch ein zweizügiges Matt in Führung. Ein weiteres Remis gab es durch Steffen Thurner. Eberhard Hallmann hatte bereits in der Eröffnung eine Figur gewonnen und verwertete diesen materiellen Vorteil sicher zum vollen Punktgewinn. So konnte sich Matthias Gugel in einem Endspiel mit Mehrfigur gegen den Freibauern des Gegners ebenfalls mit Remis begnügen. Heiner Schneider war es dann vorbehalten, nach mehr als vier Stunden Spielzeit mit einem Remis den Mannschaftserfolg zu sichern. Im Schlussspiel entschied Florian Weber ein Springerendspiel mit Mehrbauer für sich zum letztlich klaren 5,5:2,5 – Erfolg.

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