Alle Beiträge von Klaus Templin

Ein 5:3 beschert Nürtingen einen versöhnlichen Abschluss

Nach drei knappen Niederlagen in Folge wollten die Schachstrategen aus der Hölderlinstadt im letzten Wettkampf nochmal punkten. Schließlich ging es gegen den Abstiegskandidaten aus Albstadt. Mit einem souveränen 5:3-Sieg, der auch höher hätte ausfallen können, schließen die Nürtinger die Schachsaison ab.

Letzter Wettkampf der Saison

Der letzte Wettkampf in der laufenden Verbandsliga Saison führte die Nürtinger in die größte Stadt im Zollernalbkreis. Albstadt ist bekannt für seine Lage „ganz oben“, in der Verbandsliga rangiert die 1. Mannschaft jedoch ganz unten auf dem letzten Tabellenplatz. Ein Sieg war also Pflicht und er sollte erreicht werden.

Erste Punktteilungen

Sascha Mareck und Bernhard Weigand hatten in der Eröffnung bekannte Theorievarianten gewählt, die schnell zu je einer Punkteteilung führten. Bei den Gästen zeichneten sich Vorteile an den letzten beiden Brettern ab, während Soroush Wadiei und Klaus Templin nicht so richtig in Schwung kamen. An der Spitzenposition, wo Claudius Mehne antrat, war das Spiel unklar, da die Konfrontation der Figuren noch nicht so richtig stattgefunden hatte.

Nürtinger Führung

Gerd Aring erreichte mit den schwarzen Steinen eine ausgeglichene Stellung, mehr war aber im frühen Mittelspiel noch nicht drin. Als es dann anfing konkreter zu werden und Varianten berechnet werden mussten, griff der Albstädter daneben. Gerd hatte die Konstellation tiefer erfasst, spielte dabei seine ganze Klasse aus und erzielte damit die 2:1 Führung. Abdulhamit Gündogdu, ebenfalls mit den schwarzen Figuren ausgestattet war seinem Gegenüber spieltechnisch überlegen und erhöhte die Führung.

Mehrfigur

Einen kurzschrittigen Springer für einen Bauern hatte zwischenzeitlich Andreas Rohr auf den 64 Feldern umfassenden Brett mehr und er überlegte deshalb noch, wie die Verwertung des Vorteils am besten zu realisieren war.

Überraschung im Spielsaal

Völlige Überraschung im Spielsaal und eine Vorentscheidung des Wettkampfes, als Claudius aufstand und mit der Daumen-hoch-Geste kundtat, dass er gewonnen hatte und die Nürtinger damit ein 4:1 erzielten. Der erste Wettkampfpunkt war sicher. Nachdem auch Andreas seine Stellung soweit verbesserte, dass seinem Gegenüber nur die Aufgabe blieb, war das Match faktisch entschieden.

Das Remis verpasst

Soroush und Klaus wehrten sich noch heftig, aber leider vermochten es beide nicht ihre Stellungen zu retten und wenigsten ins Remis abzuwickeln. Beide Bretter mussten der SG Turm Albstadt überlassen werden.

SG Turm Albstadt – SV Nürtingen 3:5

Shamarin – Mehne 0:1; Rukwid – Weigand 0,5:0,5; Liebhart – Mareck 0,5:0,5; Schönegg – Templin 1:0; Fuß – Wadiei 1:0; Jendel – Aring 0:1; Tönnies – Rohr 0:1; Ehrlich – Gündogdu 0:1.

Das 5:3-Ergebnis beschert dem Schachverein Nürtingen am Ende der Saison den dritten Tabellenplatz in der Verbandsliga Süd.

Ein Samstags-Training für den Nachwuchs des SVN

Wie bekommt man alle Partiephasen in einem Trainingstag unter? Das war die spannende Frage im Vorfeld des geplanten Samstags-Training des Schachverein Nürtingen. Es funktioniert mit einer guten Organisation im Vorfeld und einem klaren Zeitmanagement.

16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und konnten am letzten Samstag im April von der Eröffnung bis ins Endspiel gute Inhalte, viele Informationen und wertvolle Hinweise erhalten. In drei Gruppen nach Alter und Spielstärke wurden die Teilnehmenden zunächst eingeteilt. Um 9:15 Uhr ging es los, anderthalb Stunden später wie in der Schule bemerkte eine Teilnehmerin.

Friedrich Seischab hatte sich auf die Schottische Eröffnung vorbereitet und präsentierte eine Variante die vom 1. Weltmeister Wilhelm Steinitz in die Praxis eingeführt wurde.

Neben der Schottischen Eröffnung wurden der Doppelangriff mit der Dame, ein Gegenangriff in bedrängter Stellung sowie die Regel vom Quadrat bei der Bauernumwandlung behandelt.

Julian Theissler zeigt hier den Teilnehmenden der Gruppe 1 wie man mit der stärksten Figur im Schachspiel, die Dame, wirkungsvolle Doppelangriffe spielen kann. Anschließend verteilte er Übungsblätter.

Für jedes Thema hatten die Vortragenden jeweils 55 Minuten Zeit, um den Inhalt an die Kinder und Jugendlichen zu vermitteln und mit Übungen oder praktischem Spiel danach zu wiederholen und zu vertiefen.

Oskar Langer und Vanessa Leibbrand erläuterten die Regel vom Quadrat. Eine wichtige Hilfe, mit der man erkennt, ob die Bauernumwandlung funktioniert. Kommt der verteidigende König noch rechtzeit heran um dies zu verhindern? Das kann mit der Regel einfach festgestellt werden.

Auf die Einhaltung der Zeit achtete Klaus Templin, der zudem das Mittelspielthema mit dem Gegenangriff übernahm. Jeder Trainer hatte eine knappe Stunde und nur so war es möglich, an einem Vormittag vier Sessions unterzubringen und damit alle Partiephasen abzubilden. Um 13:30 Uhr war es geschafft! Alle durften sich anschließend bei Pizza und gekühlten Getränken noch stärken, bevor es auf den Heimweg ging.

Herzlichen Dank sagt der Schachverein an Friedrich, Julian, Oskar und Vanessa! Ihr habt es super gemacht, wir werden es bestimmt wiederholen.

Nürtingen ist Vizemeister bei den Senioren Ü50

Bei der württembergischen Senioren-Mannschaftsmeisterschaft Ü50 ist das Team aus Nürtingen Vizemeister 2026. Lediglich dem Meister SK Schmiden/Cannstatt mussten sich die Nürtinger im direkten Duell geschlagen geben, ansonsten konnten alle Wettkämpfe gewonnen werden.

Beim Nürtinger Viererteam kamen mit Bernhard Weigand, Sascha Mareck, Gerd Aring, Arnd-Rüdiger Schwarz, Michael Doll und Klaus Templin sechs Spieler aus dem Verein zum Einsatz. Am Spitzenbrett war Bernhard eine Bank mit zwei Siegen, u. a. gegen GM Spyridon Skembris, und drei Remis. Gerd hat mit drei Punkten aus drei Partien ebenso zum Erfolg beitragen wie Arnd-Rüdiger, der zwei Begegnungen gewinnen und zwei unendschieden gestalten konnte. Sascha an Brett zwei hat ein ausgeglichenes Ergebnis (2,5:2,5) erzielt, ebenso wie Michael (1,0:1,0) und Klaus (0,5:0,5).

Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten.

WSMM Ü50 Abschlusstabelle Saison 2025-26

Senioren-Team Ü50 gewinnt in Botnang

Die Seniorenmannschaft des SVN, die in der Württembergischen Senioren Mannschafts-Meisterschaft Ü50 antritt schlägt die SM Botnang mit 2,5:1,5.

Nach dem schnellen Sieg von Gerd Aring, sein Gegner hatte zu sehr auf „Chance“ gespielt, einigten sich Sascha Mareck und Bernhard Weigand jeweils auf eine Punkteteilung. Mit einem Rückstand von 1:2 wollte der vierte Botnanger weiter spielen. Am Ende gereichte eine Zugwiederholung zum Remis, und der Gastgeber wollte auch die Stellung nicht öffnen, zumal Klaus Templin über das Läuferpaar verfügte.

Die Ergebnisse der 3. Runde im Detail, und die Paarungen der 4. Runde die am Samstag, 21. Februar 2026 ansteht, bei der das SVN-Team dann Heimrecht hat.

Leider ist es dem SVW wegen der Gastspieler-Regelung nicht möglich, das Turnier im Ergebnisdienst SCHACH.liga.nu zu listen.

Erfolgsserie fortgesetzt

Weiter ungeschlagen bleibt der Verbandsligist des SV Nürtingen nach einem am Ende recht klaren 5,5:2,5 Heimsieg gegen die SG Donautal Tuttlingen.

Der Beginn im Salemer Hof war aus Nürtinger Sicht relativ zäh. Nachdem am Spitzenbrett Claudius Mehne sich mit Schwarz frühzeitig auf ein Remis einigte, wollte sich Sascha Mareck zunächst ebenfalls mit einer Punkteteilung begnügen. Ein früher Übergang ins Endspiel hatte zwar einen leichten Vorteil erbracht, aber dieser schien zu gering. Ein Blick auf die übrigen Position verriet aber, dass das Weiterspielen im Mannschaftssinne Pflicht war. 

Zwar hatte Michael Doll es in der Zwischenzeit geschafft, sowohl am Damenflügel als auch im Zentrum auf einen schwachen Bauern Druck auszuüben. Gerd Arings Stellung dagegen war durch Raummangel unter Druck geraten, den er taktisch zu kompensieren versuchte. Soroush Wadiei hatte einen Bauern für nebulöse Kompensation gegeben und Klaus Templin sah sich einem Mattangriff ausgesetzt. Ein Lichtblick hingegen sah man am Brett von Abdulhamit Gündogdu, der seinen Gegner einschnürte. 

Und die Nürtinger Situation verbesserte sich minütlich. Templin gelang es, den Mattangriff abzuwehren und mit einem Zentrumskonter selbst zum Angriff überzugehen. Währenddessen hatte sich Wadieis Gegner einen zweiten Bauern im Zentrum geschnappt, der aber dem Nürtinger dafür eine gewaltige Initiative einbrachte, die in einen Mattangriff münden sollte. Da sich auch Marecks Position stetig verbesserte, nutzte Stefan Auch die Gelegenheit seine Partie mit den schwarzen Steinen in die Punkteteilung zu führen. Mareck steuerte seine Partie technisch sauber zum Sieg und demonstrierte die Überlegenheit des Läufers gegen den Springer im Endspiel. Wadiei brachte den gegnerischen König einfallsreich zur Strecke und Gündogdu kam am Damenflügel zum vernichtenden Durchbruch. 

Nachdem die Gastgeber mit 4:1 in Führung lagen war lange Zeit nicht ersichtlich, wo der letzte und entscheidende halbe Punkt zum Mannschaftssieg herkommen sollte. Dolls Stellung hatte sich von gut in kritisch verwandelt und die beiden anderen Bretter waren unklar. Doch Templin brachte den Knoten zum platzen. Durch ein Qualitätsopfer gelang es ihm, so starke Drohungen aufzustellen, dass der Tuttlinger Spieler es vorzog, mit einem Dauernschach die Reißleine zu ziehen und sich in die Punkteteilung zu retten. Daraufhin stellte auch Arings Gegenüber seine Bemühungen ein und teilte den Brettpunkt. Lediglich Doll musste noch länger leiden und wurde ebenfalls mit einem halben Punkt nach zäher Verteidigung belohnt.

In einer für die Meisterschaft vorentscheidenden Begegnung geht es in der kommenden Runde zum Spitzreiter Bebenhausen nach Tübingen. (SM/WK)

SV Nürtingen – SG Donautal Tuttlingen 5,5:2,5

Mehne – Buschle 0,5:0,5; Mareck – Schrägle 1:0; Auch – Sulzbacher 0,5:0,5; Doll – Kulm 0,5:0,5; Templin – Hummel 0,5:0,5; Wadiei – Schuler 1:0; Aring – Panek 0,5:0,5; Gündogdu – Hahn 1:0.