Ein Samstag-Training für den Nachwuchs des SVN

Wie bekommt man alle Partiephasen in einem Trainingstag unter? Das war die spannende Frage im Vorfeld des geplanten Samstag-Training des Schachverein Nürtingen. Es funktioniert mit einer guten Organisation im Vorfeld und einem klaren Zeitmanagement.

16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und konnten am letzten Samstag im April von der Eröffnung bis ins Endspiel gute Inhalte, viele Informationen und wertvolle Hinweise erhalten. In drei Gruppen nach Alter und Spielstärke wurden die Teilnehmenden zunächst eingeteilt. Um 9:15 Uhr ging es los, anderthalb Stunden später wie in der Schule bemerkte eine Teilnehmerin.

Friedrich Seischab hatte sich auf die Schottische Eröffnung vorbereitet und präsentierte eine Variante die vom 1. Weltmeister Wilhelm Steinitz in die Praxis eingeführt wurde.

Neben der Schottischen Eröffnung wurden der Doppelangriff mit der Dame, ein Gegenangriff in bedrängter Stellung sowie die Regel vom Quadrat bei der Bauernumwandlung behandelt.

Julian Theissler zeigt hier den Teilnehmenden der Gruppe 1 wie man mit der stärksten Figur im Schachspiel, die Dame, wirkungsvolle Doppelangriffe spielen kann. Anschließend verteilte er Übungsblätter.

Für jedes Thema hatten die Vortragenden jeweils 55 Minuten Zeit, um den Inhalt an die Kinder und Jugendlichen zu vermitteln und mit Übungen oder praktischem Spiel danach zu wiederholen und zu vertiefen.

Oskar Langer und Vanessa Leibbrand erläuterten die Regel vom Quadrat. Eine wichtige Hilfe, mit der man erkennt, ob die Bauernumwandlung funktioniert. Kommt der verteidigende König noch rechtzeit heran um dies zu verhindern? Das kann mit der Regel einfach festgestellt werden.

Auf die Einhaltung der Zeit achtete Klaus Templin, der zudem das Mittelspielthema mit dem Gegenangriff übernahm. Jeder Trainer hatte eine knappe Stunde und nur so war es möglich, an einem Vormittag vier Sessions unterzubringen und damit alle Partiephasen abzubilden. Um 13:30 Uhr war es geschafft! Alle durften sich anschließend bei Pizza und gekühlten Getränken noch stärken, bevor es auf den Heimweg ging.

Herzlichen Dank sagt der Schachverein an Friedrich, Julian, Oskar und Vanessa! Ihr habt es super gemacht, wir werden es bestimmt wiederholen.

Erneutes Pech im schönen Tübingen – Auch Nürtinger Zweite muss sich geschlagen geben

Im Spiel zwischen zwei ausgeglichenen Teams unterlag die Nürtinger Zweite knapp und etwas unglücklich mit 3,5:4,5 in Tübingen (Die Erste ja gegen Bebenhausen sma). Wolfgang Kudlich, Johannes Mögerle und Heiko Schmidt gaben sich früh mit Punkteteilungen zufrieden, bevor Sieghart Friz nach einer entscheidenden Springergabel aufgeben musste.

Friedrich Seischab besorgte den Nürtinger Ausgleich. In einer Partie, in der beide Gegner auf Königsangriff spielten, wickelte er nach einem Bauerngewinn entscheidend in ein für ihn besseres Endspiel ab.

Mit einem ähnlichen Motiv musste sich Julian Theissler geschlagen geben. Trotz Qualitätsvorteil war sein Endspiel nach einem erzwungenen Damenabtausch für ihn verloren. In den beiden noch laufenden Partien waren aber beide Nürtinger am Drücker. Dann unterlief Julian Stehr in Zeitnot der entscheidende Fehler, der zu Turmverlust und bald danach zur Aufgabe führte. Damit blieben die Mannschaftspunkte in Tübingen.

Der abschließende Sieg von Abdulhamit Gündogdu am Spitzenbrett war zwar nur noch Ergebniskosmetik, allerdings vollendete der Nürtinger mit seinem achten Sieg im neunten Spiel eine persönliche Traumbilanz. Glückwunsch dazu 🙂

SV Tübingen – SV Nürtingen II 4,5:3,5

Blahut – Gündogdu 0:1, Wöll – Seischab 0:1, Schulz – Kudlich 0,5:0,5, Tscholl – Theissler 1:0, Kollmann – Mögerle 0,5:0,5, Pollach – Schmidt 0,5:0,5, Sütterlin – Stehr 1:0, Wu – S.Friz 1:0

Nürtingen verliert gegen Ulm erneut zuhause 3,5-4,5

Zum Glück hatte Nürtingen die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt schon eingefahren, denn nach dem 3,5:4,5 gegen Ulm, der dritten Niederlage hintereinander, müsste man sich ansonsten Sorgen um den Klassenverbleib machen. Aber selbst bei vier Absteigern ist man auch in der kommenden Saison wieder in der Verbandsliga dabei.

Wieder ein Heimspiel, wieder eine Niederlage. Eigentlich wollten die Nürtinger als Dritter gegen den Zweiten Ulm mal wieder etwas Zählbares holen, zumal man wieder zuhause antreten durfte, aber die schlechte Form der Mannschaft und die Niederlagen­­serie scheint nicht abzureißen. Die ersten Anzeichen dafür zeigten sich früh an den drei Spitzenbrettern. So hatte es Sascha Mareck unerwartet mit einem ehemaligen Mannschaftskollegen Matthias Kill zu tun. Dies veranlasste ihn, seine Eröffnung zu wechseln, um der Vorbereitung des Gegners auszuweichen. Ein Umstand, der sich nicht auszahlen sollte. Bernhard Weigand hatte in der Eröffnung mit leicht vorteilhafter Position eine taktische Drohung des Gegners übersehen, die zur sofortigen Aufgabe führte. Am Spitzenbrett hatte Claudius Mehne nach vorteilhaftem Verlauf leider ebenfalls eine Verteidigungsressource des Gegners unterschätzt, welche dieser aber mit einem Remisangebot verband, das Mehne nicht ablehnen konnte.

Nachdem Stefan Auch und Andreas Rohr ihre Partien remisieren konnten, musste sich Michael Doll geschlagen geben, dessen aggressives Spiel im Mannschaftssinne sich nicht auszahlen sollte. Leider konnte auch Mareck das Endspiel nicht halten, in dem ein Springer seinen Läufer bei Bauern auf beiden Flügeln im Endspiel perfekt dominierte. Ein seltener Fall, da es in dieser Konstellation gewöhnlich andersrum läuft. Damit war der Tag leider schon gelaufen. Soroush Wadiei gelang zwar es nach einem schwerblütigen wechselseitigen Kampf die Oberhand zu behalten und auch Klaus Templin sollte seine Mehrfigur in einer komplizierten Endspielposition mit einem starken gegnerischem Freibauern in einen Sieg verwandeln. Aber es war eben doch ein halber Punkt zu wenig, um zumindest das Unentschieden zu sichern. Ein sehr unglücklich verlaufenes Duell. Jetzt gilt es in der letzten Runde in Albstadt nochmals zu punkten um die Saison versöhnlich ausklingen zu lassen.(SM/WK)

SV Nürtingen – SC Weiße Dame Ulm 3,5:4,5

Mehne – Fleischer 0,5:0,5, Weigand – Weber 0:1, Mareck – Kill 0:1, Auch – Gulden 0,5:0,5, Doll – Zomartova 0:1, Templin – Wolf 1:0, Wadiei – Berning 1:0, Rohr – Heinrich 0,5:0,5

Ungefährdeter 7:1 Sieg der Nürtinger Zweiten gegen Pliezhausen

Ziemlich souverän setzte sich Nürtingen II zuhause gegen Pliezhausen durch. Für die stark abstiegsgefährdeten Gäste gab es im Salemer Hof nicht viel zu holen.

Julian Stehr glänzte mit seinem fünften Erfolg hintereinander, Julian Theissler und Friedrich Seischab überspielten ihre Gegner im Angriff und sorgten früh für klare Verhältnisse, Johannes Mögerle und Abdulhamit Gündogdu schlossen sich nach Materialgewinn an und sicherten bereits die Mannschafts­punkte für den Sieg.

Sieghart Friz und Wolfgang Kudlich hingegen mussten sich mit Punkteteilungen begnügen bevor Christian Friz in der letzten Partie des Tages mit einem taktischen Zwischenzug zum 7:1 Endstand erhöhte. (WK)

SV Nürtingen II – SV Pliezhausen 7:1

Gündogdu – Trautsch 1:0, Seischab – Mann 1:0, Kudlich – Forschner 0,5:0,5, Theissler – Reichenecker 1:0, C.Friz – Bastian 1:0, Mögerle – Schlaich 1:0, Stehr – Kugel 1:0, S.Friz – Kronsbein 0,5:0,5

Nürtingen 3 kommt bei der SSG Fils-Lauter 1 unter die Räder

Als Tabellenzweiter empfing die SSG Fils-Lauter 1 unsere 3. Mannschaft aus Nürtingen. Die Rollen waren damit klar verteilt, dennoch wollte Nürtingen alles daransetzen, dem Favoriten Paroli zu bieten.

An Brett 1 lieferten sich Stefan und sein Gegner eine lange, positionell geprägte Partie mit Chancen auf beiden Seiten. In der entscheidenden Zeitnotphase unterliefen Stefan jedoch zwei schwerwiegende Fehler, die letztlich zur Niederlage führten.

Max konnte sich an Brett 2 in der Eröffnung zunächst einen kleinen Vorteil erspielen, ehe die Partie sehr taktisch wurde. Nach einer ungenauen Abwicklung verflachte sein Vorteil jedoch. In dem Versuch, aus einer ausgeglichenen Stellung mehr herauszuholen, verrechnete er sich und verlor Material, was schließlich zur Niederlage führte.

Finnja hatte es mit einem deutlich stärkeren Gegner zu tun und musste mehrere kritische Momente überstehen. Zwischenzeitlich geriet sie in Nachteil, konnte jedoch mit einer taktischen Wendung ausgleichen und die Partie sicher in ein Remisendspiel führen.

Hendrik konnte sich im Mittelspiel einen starken Angriff erarbeiten und so seinen Gegner in eine passive Position zwingen. In einer deutlich gewonnen Position gerat Hendrik allerdings in starke Zeitnot und der Bonus von 30 Minuten war noch lange nicht in Sicht. Aufgrund dessen einigte man sich schließlich auf ein Remis.

Tobias kam gut aus der Eröffnung und konnte sich mit Raumvorteil eine angenehme Stellung erarbeiten. Zwei Ungenauigkeiten führten jedoch zu einer komplizierten und schwer spielbaren Position. Ein geplanter Befreiungszug erwies sich als regelwidrig, und die alternative Fortsetzung ließ die Stellung schließlich kippen zur Niederlage

Tim erreichte nach einer ausgeglichenen Eröffnung eine ruhige Stellung, in der keine Seite klare Initiative entwickeln konnte. Nach dem Abtausch der Schwerfiguren entstand ein ausgeglichenes Endspiel, doch Tim geriet in Zugzwang, verlor einen entscheidenden Bauern und musste sich geschlagen geben.

Sebastian startete mit einem Angriff aus der Eröffnung heraus, der jedoch erfolgreich abgewehrt wurde. Die Partie blieb lange ausgeglichen, und im Endspiel opferte er einen Randbauern für Gegenspiel im Zentrum. Ein übersehener taktischer Einschlag in Form einer Springergabel führte jedoch zur Niederlage.

Alina hatte auch einen DWZ Nachteil von über 500 Punkten. Sie konnte die Partie lange offen gestalten, aber am Ende gelang es ihrem Gegner im Angriff eine Leichtfigur und damit die Partie zu gewinnen.

Gegen den starken Tabellenzweiten war für Nürtingen an diesem Tag wenig zu holen. Trotz einiger guter Ansätze und kämpferischer Leistungen musste man sich letztlich mit 1:7 geschlagen geben.
Die letzte Chance, die Abstiegsränge noch zu verlassen, bietet sich am finalen Spieltag gegen Göppingen 3. (TW)