Weiter ungeschlagen bleibt der Verbandsligist des SV Nürtingen nach einem am Ende recht klaren 5,5:2,5 Heimsieg gegen die SG Donautal Tuttlingen.
Der Beginn im Salemer Hof war aus Nürtinger Sicht relativ zäh. Nachdem am Spitzenbrett Claudius Mehne sich mit Schwarz frühzeitig auf ein Remis einigte, wollte sich Sascha Mareck zunächst ebenfalls mit einer Punkteteilung begnügen. Ein früher Übergang ins Endspiel hatte zwar einen leichten Vorteil erbracht, aber dieser schien zu gering. Ein Blick auf die übrigen Position verriet aber, dass das Weiterspielen im Mannschaftssinne Pflicht war.
Zwar hatte Michael Doll es in der Zwischenzeit geschafft, sowohl am Damenflügel als auch im Zentrum auf einen schwachen Bauern Druck auszuüben. Gerd Arings Stellung dagegen war durch Raummangel unter Druck geraten, den er taktisch zu kompensieren versuchte. Soroush Wadiei hatte einen Bauern für nebulöse Kompensation gegeben und Klaus Templin sah sich einem Mattangriff ausgesetzt. Ein Lichtblick hingegen sah man am Brett von Abdulhamit Gündogdu, der seinen Gegner einschnürte.
Und die Nürtinger Situation verbesserte sich minütlich. Templin gelang es, den Mattangriff abzuwehren und mit einem Zentrumskonter selbst zum Angriff überzugehen. Währenddessen hatte sich Wadieis Gegner einen zweiten Bauern im Zentrum geschnappt, der aber dem Nürtinger dafür eine gewaltige Initiative einbrachte, die in einen Mattangriff münden sollte. Da sich auch Marecks Position stetig verbesserte, nutzte Stefan Auch die Gelegenheit seine Partie mit den schwarzen Steinen in die Punkteteilung zu führen. Mareck steuerte seine Partie technisch sauber zum Sieg und demonstrierte die Überlegenheit des Läufers gegen den Springer im Endspiel. Wadiei brachte den gegnerischen König einfallsreich zur Strecke und Gündogdu kam am Damenflügel zum vernichtenden Durchbruch.
Nachdem die Gastgeber mit 4:1 in Führung lagen war lange Zeit nicht ersichtlich, wo der letzte und entscheidende halbe Punkt zum Mannschaftssieg herkommen sollte. Dolls Stellung hatte sich von gut in kritisch verwandelt und die beiden anderen Bretter waren unklar. Doch Templin brachte den Knoten zum platzen. Durch ein Qualitätsopfer gelang es ihm, so starke Drohungen aufzustellen, dass der Tuttlinger Spieler es vorzog, mit einem Dauernschach die Reißleine zu ziehen und sich in die Punkteteilung zu retten. Daraufhin stellte auch Arings Gegenüber seine Bemühungen ein und teilte den Brettpunkt. Lediglich Doll musste noch länger leiden und wurde ebenfalls mit einem halben Punkt nach zäher Verteidigung belohnt.
In einer für die Meisterschaft vorentscheidenden Begegnung geht es in der kommenden Runde zum Spitzreiter Bebenhausen nach Tübingen. (SM)
SV Nürtingen – SG Donautal Tuttlingen 5,5:2,5
Mehne – Buschle 0,5:0,5; Mareck – Schrägle 1:0; Auch – Sulzbacher 0,5:0,5; Doll – Kulm 0,5:0,5; Templin – Hummel 0,5:0,5; Wadiei – Schuler 1:0; Aring – Panek 0,5:0,5; Gündogdu – Hahn 1:0.