In der vorletzten Runde der Verbandsliga Süd reisten die Nürtinger Schachstrategen in die Begegnungsstätte Hirsch nach Tübingen. Der Schachklub Bebenhausen, der hier sein Domizil hat, empfing mit einem recht jungen Team der zweiten Mannschaft die Gästespieler. Am Ende hing der Ausgang des Wettkampfes an einem einzigen Bauernendspiel mit Läufer gegen Springer. Hier mussten auf Nürtinger Seite genaue Züge zur Verteidigung gefunden werden. Nach über fünf Stunden Spielzeit gelang dies jedoch nicht mehr und so verblieben mit 4,5:3,5 beide Spielpunkte bei den Gastgebern in Tübingen.
Die Vorbereitung auf das Verbandsligaduell gegen Bebehausen II gestaltete sich alles andere als gut. Nachdem schon der Ausfall beider Spitzenspieler kompensiert werden musste, handelte sich Teamchef Stefan Auch noch eine Absage an Brett vier ein. Um nicht komplett aufzurücken wurde beschlossen, die Position kampflos gegen die junge Truppe aus Bebenhausen abzugeben. Am Ende war dies vielleicht entscheidend für die Nürtinger Niederlage, von der Aufstellung der restlichen Sieben waren die Gästespieler aus der Hölderlinstadt zumindest gleichwertig.
Die Eröffnungen verliefen zunächst recht ausgeglichen. Danach verschärften im Mittelspiel Sascha Mareck und Arnd-Rüdiger Schwarz alsbald ihre Stellungen. Nach einem Abtausch der Damen gewann Klaus Templin einen Bauern während Soroush Wadiei als Nachziehender diesen für freies Figurenspiel opferte. In einer ausgeglichenen Stellung einigte sich Auch auf die Punkteteilung.
Dem ungestümen Königsangriff von Mareck mangelte es aber an Figurenunterstützung, die auf dem anderen Partieabschnitt zurückgeblieben war. Er wurde rasch ausgekontert und die anschließende Niederlage ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem sich Schwarz im Angriff verrechnet hatte fehlte ihm zwischenzeitlich ein kompletter Turm. Ebenso wendete sich dieses Blatt zugunsten der Gastgeber und zum enttäuschenden Zwischenstand von 3,5:0,5 für Bebenhausen.
Das Spiel von Michael Doll am Königsflügel war nachhaltiger. Mit einem zentralen Bauernopfer trennte er des Gegners Streitkräfte und fiel mit Dame, Läufer und Springer über den schwarzen Monarchen her. Im 22. Zug war das Schachmatt bereits nicht mehr abzuwenden, was die unmittelbare Aufgabe erzwang.
Nun waren die Positionen sechs bis acht gefordert noch zweieinhalb Brettpunkte für einen Ausgleich einzufahren. Templins Gegenüber büßte Material ein da er eine Figurenüberlastung nicht würdigte. Die Abwicklung des technisch gewonnenen Endspiels bereitete keine Schwierigkeiten. Mehr Mühe musste Wadiei auf sich nehmen, nachdem er den Sack schon fast zugemacht hatte. Der Gastgeberspieler kam in der Abwicklung zur letzten Partiephase wieder zurück. Zum Schluss waren die beiden schwarzen Freibauern aber zu stark und mit nur noch 30 Sekunden Bedenkzeit pro Zug ausgestattet gab der Bebenhäusener zum 3,5:3,5-Anschluss auf. Der Ausgang des Matches hing, wie anfangs beschrieben nun an Andreas Rohr. In der etwas schlechteren Position mit Springer gegen Läufer zog sich das Bauernendspiel noch über eine weitere Stunde lang hin. Rohr musste dabei immer gute Züge zur Verteidigung des Einbruchs finden, was aber am Ende nicht mehr gelang.
Während die unnötige Niederlage von Nürtingen zu verhindern war, ist Ebersbach nach dem Auswärtssieg in Rangendingen der Spitzenplatz nicht mehr zu nehmen. Weitere Sorgen um den Klassenerhalt müssen sich neben Pfullingen noch Langenau und Ulm machen, da es bis zu vier Absteiger aus den Verbandsligen geben kann.
Bebenhausen II – Nürtingen 4,5:3,5
Kasüschke-Mareck 1:0; Freiherr von Hauff-Aring +/-; Kauth-Auch 1/2:1/2; Korenchenko-Schwarz 1:0; Wied-Doll 0:1; Thelen-Rohr 1:0; Leßmeister-Templin 0:1; Andrei-Wadiei 0:1.