Mit großen Zielen waren unsere Mädels am ersten Juli-Wochenende nach Karlsruhe gefahren, um die baden-württembergischen Mädchenmannschaftsmeisterschaften zu spielen. Als Ziel war die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft klar ins Auge gefasst, dafür musste es einer der ersten drei Plätze werden.
Unser Team, das waren Enya Wang (unsere Stamm-Gastspielerin aus Schönaich), Finnja Gold, Anhelina Stepanova sowie Leona und Alina Lohmüller.
Die Anmeldungen liefen leider schleppend, einige Vereine waren von der Organisation als dreitägiges Turnier etwas überrascht, so dass sich am Ende nur drei Teams einfanden, etwas enttäuschend nach den sieben Mannschaften letztes Jahr, die Qualifikation war aber damit also schon in der Tasche. Wir zogen daher unser Ziel nach, wir wollten nach 2024 erneut ganz oben auf dem Treppchen stehen.
In der hervorragend von den Badenern (hauptsächlich KSF, danke hier vor allem an Kristin und Jasmin) organisierten Veranstaltung spielten wir dann ein Einzelspielerturnier gegen die jeweiligen Spielerinnen der anderen Teams und Summation der Brettpunkte für das Mannschaftsergebnis.
Das Turnier startete gleich mal mit einer Hiobsbotschaft: Alina war zwar mit angereist, war aber angeschlagen. Wir hofften auf Besserung, aber ein Einsatz war bis zum Schluss nicht möglich, so dass wir keinerlei Rotation durchführen konnten, es mussten sich also alle durchbeißen.
Die erste (Abend-)Runde startete um 18.00 Uhr, Anhelina konnte einen schönen Sieg im Turmendspiel gegen eine stärkere Gegnerin erzielen, Enya gewann klar, Leona verlor. Und Finnja? Sie stand lange gut, teilweise deutlich besser. Aber der ungewohnte Zeitmodus machte sich bemerkbar, Finnja wollte nach 22.00 Uhr die mittlerweile gewonnene Stellung noch nicht ins Remis geben (Antrag auf Inkrement-Umstellung ist laut Regel ein Remisgebot), und dann fiel mit dem Antrag die Zeit und die Partie war sogar verloren.
In der darauffolgenden Nacht hatten wir dann leider auch wenig Schlaf, es gab einige Störenfriede in der Jugendherberge, so dass man am Morgen in ziemlich müde Gesichter schauen musste.
In Runde 2 gewannen dann Enya und Finnja sicher, Leona ließ sich nach einer sehr starken Partie im ausgeglichenen Endspiel eine Figur entführen und musste aufgeben, ähnlich ging es Anhelina, bei ihr hatte sich nach einem ungenauen Springerzug aus dem Nichts ein Mattangriff für die Gegnerin ergeben, der entscheidend Material kostete.
Damit hatten wir nach Runde 2 bereits 1,5 Punkte Rückstand, nach nur jeweils 50% in Runde 1 und 2. Runde 3 leitete dann die Wende ein:
Finnja und Enya gewannen weiterhin stabil ihre Partien, und auch Leona konnte hier einen Punkt beisteuern, Anhelina hatte leider noch einmal das Nachsehen. Aber da Freiburg-Zähringen, der bisherige Tabellenführer, eine schwache Runde spielte, waren wir punktgleich, maximale Spannung vor der finalen Runde.
Die Auslosung der Runde 4 spielte uns dann eigentlich voll in die Karten. Alle 4 Mädels bekamen Gegnerinnen mit geringerer DWZ, wir mussten „nur“ durchgewinnen, wir wissen alle, wie schwer das werden kann.
Leona bekam noch kurzfristig 15 Minuten vor Rundenstart mit der Unterstützung von Enya und Finnja eine neue Eröffnungsvariante gezeigt, die dann 1:1 auch so aufs Brett kam, die Folge war ein schneller Sieg. Immer schön, wenn eine Vorbereitung auch mal so richtig klappt.
Auch Anhelina konnte schnell einen Sieg besteuern, auch hier wurde überzeugend gewonnen. Damit brauchten wir bei Finnja und Enya noch einen Punkt, aber der musste dann schwer erarbeitet werden.
Zuerst remisierte Finnja in einem Schwerfigurenendspiel, im Spiel war die Stellung zu schnell verflacht und einmal musste man auch kurz die Daumen drücken. Bei Enya sah es leider nicht besser aus, sie kam in einem Springer gegen Läuferendspiel unter Druck und musste einen Bauern aufgeben. Aber die verbleibende Stellung mit nur noch einem Bauern auf dem Brett war schwer auf Sieg zu spielen, vor allem in hochgradiger Zeitnot der Gegnerin (Auch hier wäre die Inkrement-Umstellung ein Remisgebot). Am Ende wurde der letzte Bauer geschlagen, das Remis war unter Dach und Fach, und die Mädels krönten sich erneut zur baden-württembergischen Mannschaftsmeisterschaft!
Gratulation auch an Freiburg-Zähringen, die uns einiges abverlangt haben. Dritter wurde Murrhardt.
Ganz herzliche Glückwünsche sowohl aus Vorstand wie auch von vielen Vereinsmitgliedern! Ihr habt das klasse gemacht!
Für uns geht es dann zwischen Weihnachten und Neujahr auf die deutsche Meisterschaft, dieses Jahr sind wir in Breisach, ungewohnt nah nach Rotenburg/Wümme (2025) und Neumünster (2024). (SG)
