Nürtingen 2: unglückliche Niederlage gegen Dettingen Erms

Nürtingen II wollte als Tabellendritter in der Bezirksliga im Spiel gegen den Zweiten Dettingen Erms versuchen, eigene Ansprüche auf Platz 2, der wahrscheinlich zu einem Relegationsspiel um den Aufstieg berechtigt, anzumelden. Das misslang, wenn auch nur knapp.

Es dauerte fast drei Stunden bis zur ersten Entscheidung. Julian Stehr siegte für das Heimteam im Königsangriff. Nach Bauernnachteil steuerte dann Jürgen Zink in einem Turmendspiel noch ein wichtiges Remis bei. Die Niederlage von Heiko Schmidt wollte und konnte Wolfgang Kudlich wett machen, spielte aber trotz Qualitätsplus nicht aktiv genug und verlor sogar noch.

Da auch Christian Friz seinem Gegner gratulieren und Abdul Gündogdu gar seine erste Saisonniederlage quittieren musste, waren beim Stand von 1,5:4,5 die Mannschaftspunkte damit schon in Dettinger Hand. Julian Theissler und Friedrich Seischab konnten mit ihren Erfolgen leider nur noch Ergebniskosmetik betreiben. (WK)

SV Nürtingen II – SV Dettingen Erms 3,5:4,5

Gündogdu – Kleih 0:1, Zink – Kermer 0,5:0,5, Seischab – Wezel 1:0, Kudlich – Doster 0:1, Theissler – Weible 1:0, Friz – Tumbass 0:1, Schmidt – Schmid 0:1, Stehr – Hoch 1:0

Erfolgsserie fortgesetzt

Weiter ungeschlagen bleibt der Verbandsligist des SV Nürtingen nach einem am Ende recht klaren 5,5:2,5 Heimsieg gegen die SG Donautal Tuttlingen.

Der Beginn im Salemer Hof war aus Nürtinger Sicht relativ zäh. Nachdem am Spitzenbrett Claudius Mehne sich mit Schwarz frühzeitig auf ein Remis einigte, wollte sich Sascha Mareck zunächst ebenfalls mit einer Punkteteilung begnügen. Ein früher Übergang ins Endspiel hatte zwar einen leichten Vorteil erbracht, aber dieser schien zu gering. Ein Blick auf die übrigen Position verriet aber, dass das Weiterspielen im Mannschaftssinne Pflicht war. 

Zwar hatte Michael Doll es in der Zwischenzeit geschafft, sowohl am Damenflügel als auch im Zentrum auf einen schwachen Bauern Druck auszuüben. Gerd Arings Stellung dagegen war durch Raummangel unter Druck geraten, den er taktisch zu kompensieren versuchte. Soroush Wadiei hatte einen Bauern für nebulöse Kompensation gegeben und Klaus Templin sah sich einem Mattangriff ausgesetzt. Ein Lichtblick hingegen sah man am Brett von Abdulhamit Gündogdu, der seinen Gegner einschnürte. 

Und die Nürtinger Situation verbesserte sich minütlich. Templin gelang es, den Mattangriff abzuwehren und mit einem Zentrumskonter selbst zum Angriff überzugehen. Währenddessen hatte sich Wadieis Gegner einen zweiten Bauern im Zentrum geschnappt, der aber dem Nürtinger dafür eine gewaltige Initiative einbrachte, die in einen Mattangriff münden sollte. Da sich auch Marecks Position stetig verbesserte, nutzte Stefan Auch die Gelegenheit seine Partie mit den schwarzen Steinen in die Punkteteilung zu führen. Mareck steuerte seine Partie technisch sauber zum Sieg und demonstrierte die Überlegenheit des Läufers gegen den Springer im Endspiel. Wadiei brachte den gegnerischen König einfallsreich zur Strecke und Gündogdu kam am Damenflügel zum vernichtenden Durchbruch. 

Nachdem die Gastgeber mit 4:1 in Führung lagen war lange Zeit nicht ersichtlich, wo der letzte und entscheidende halbe Punkt zum Mannschaftssieg herkommen sollte. Dolls Stellung hatte sich von gut in kritisch verwandelt und die beiden anderen Bretter waren unklar. Doch Templin brachte den Knoten zum platzen. Durch ein Qualitätsopfer gelang es ihm, so starke Drohungen aufzustellen, dass der Tuttlinger Spieler es vorzog, mit einem Dauernschach die Reißleine zu ziehen und sich in die Punkteteilung zu retten. Daraufhin stellte auch Arings Gegenüber seine Bemühungen ein und teilte den Brettpunkt. Lediglich Doll musste noch länger leiden und wurde ebenfalls mit einem halben Punkt nach zäher Verteidigung belohnt.

In einer für die Meisterschaft vorentscheidenden Begegnung geht es in der kommenden Runde zum Spitzreiter Bebenhausen nach Tübingen. (SM/WK)

SV Nürtingen – SG Donautal Tuttlingen 5,5:2,5

Mehne – Buschle 0,5:0,5; Mareck – Schrägle 1:0; Auch – Sulzbacher 0,5:0,5; Doll – Kulm 0,5:0,5; Templin – Hummel 0,5:0,5; Wadiei – Schuler 1:0; Aring – Panek 0,5:0,5; Gündogdu – Hahn 1:0.

Finale bei der DVM mit starker Leistung

Im letzten Spiel gab es nochmal einen bärenstarken Gegner mit Aufbau Chemnitz, an allen Brettern mit gewaltigem DWZ-Vorsprung von im Mittel 530 DWZ-Punkten. Dennoch entwickelte sich ein Mannschaftskampf, der bei weitem nicht so eindeutig war.

Als erste konnte Anhelina an Brett 2 ihre Gegnerin überraschen. In etwas schlechterer Stellung für uns machte die Chemnitzerin einen falschen Läuferzug, der mit einem Qualitätsopfer und sofortigem Ausgleich belohnt wurde und dann im Dauerschach endete. Eine sehr schön gesehene Kombination, die uns am Ende noch eine weitere Belohnung einbringen sollte.

Zwischenzeitlich musste Alina die Übermacht ihrer Gegnerin anerkennen. Nachdem die vorbereitete Eröffnung 1:1 auf das Brett kam, konnte die Chemnitzerin im Mittelspiel ihre Stärke ausspielen und die entstandenen Ungleichgewichte besser behandeln.

Leona musste leider dann auch aufgeben. In einer bis ins tiefe Endspiel fehlerfrei geführten Partie entschied ein einzelner fehlerhafter Bauernzug. Ihre Gegnerin nutzte das ausgezeichnet aus und verwertete sicher zum vollen Punkt. Eine ganz starke Leistung von Leona und im Ergebnis sehr schade, denn hier war mehr drin gewesen.
Und ein ähnliches Bild bei Enya an Brett 1 gegen die amtierende deutsche U14w Vizemeisterin, auch hier war alles bis ins Endspiel im Ausgleich, auch hier ein eigentlich guter Plan, der am Ende um ein Tempo nicht reichen sollte. Damit hatten wir uns leider auch in dieser Partie am Ende um unsere Belohnung gebracht.

In Summe war das nochmal eine starke Leistung, da waren gegen eine Spitzenmannschaft 1,5 Brettpunkt in Bereich des Möglichen, ein Auftritt, der für die Zukunft hoffen lässt.

Und was war noch mit der Belohnung für Anhelinas Partie? Wir lagen vor der Runde auf Platz 9, punktgleich aber mit schlechterer Zweitwertung gegenüber dem 8. Tabellenplatz. Durch dieses Remis sicherten wir uns nochmal wichtige Punkte in der Zweitwertung und konnten hier gleichziehen, so dass sogar die Drittwertung herangezogen werden musste, ein durchaus seltener Fall. Da wir in Summe mehr Brettpunkte erzielt hatten, rutschen wir am Ende nochmal um einen Platz nach oben und konnten in der Siegerehrung den 8. Platz feiern. Damit hatten wir uns auch um einen Platz gegenüber unserer Setzlistenposition verbessert.

Und für unsere Aktion „Schach im Zug“ haben wir auch einen Preis erhalten, wir warten schon gespannt auf das Überraschungspaket der deutschen Schachjugend.

Vielleicht noch ein paar kleinere Fakten: Das Durchschnittsalter aller Teams lag bei 15,9 Jahren, wir waren mit Abstand das jüngste Team mit ca. 12,5 Jahren. Unser Team dürfte in dieser Konstellation noch siebenmal bei der U20w antreten.

Und um die Leistung der Mädels nochmal einzuordnen, die erzielten 9 Brettpunkte aus 28 Partien lagen um über 2 Punkte oberhalb unserer Gewinnerwartung, es wird also einiges an DWZ-Anstieg zu vermelden sein.

Danach stand dann noch die lange Zugfahrt an (auch die mit Schachspiel und Taktikaufgaben versehen), hier traf man immer mal wieder Spielerinnen von unserem und anderen DVM-Turnieren, und gegen 0:30 waren auch die letzten müden Reisenden zuhause angekommen. Wie immer ein schönes, aber auch ein anstrengendes Erlebnis.

Wir als Team hoffen, dass unsere Begeisterung für das Schachspiel euch ein bisschen mitgenommen hat und freuen uns schon auf die nächste DVM! (SG)

Und als Abschluss noch eine Taktikaufgabe aus der Partie Marinchin – Lohmüller, Leona

Schwarz am Zug gewinnt in 5 Zügen!

Frohes  Neues allen! Nun die Auflösung. Meine Vermutung wäre

1. …c4! (Ablenkung der Dame von der 3ten Reihe). Ein Läufer auf h3 (bzw auf h6). Ist immer fies. 😉

2. Lxc4 Sxc4

3. Dxc4 (Die Dame ist von der Verteidigung des Königs abgeschnitten) …Dg4+ (guten Tag, die Pointe!)

4. Sg3 (die Alternative wäre Kh1 und Schwarz setzt klassisch mit Dg2 matt)…Df3! (Schwarz setzt seine Idee zielstrebig um).

Das Matt ist nur unter Aufgabe großer Materialopfer (Df1 einziger Zug !) zu verhindern und deswegen 0-1

Schön gesehen,Leona. (SM)  <3