Nürtingen1 zeigt Nerven in Bebenhausen und verliert Aufstiegsmatch 3,5-4,5

Es sollte wohl einfach nicht sein. Zwar hatten die Nürtinger es noch geschafft eine starke Truppe aufzustellen, um bei Aufstiegsmatch ein entscheidendes Wörtchen mitreden zu können, aber es wurde schnell klar, dass an diesem Sonntag im beschaulichen Tübingen während des Spiels gegen die routinierten Bebenhäuser der Wurm drin war.

Am Besten ließ sich das an den Brettern des Autors Sascha Mareck und seines Brettnachbarn Stefan Auch ablesen. Beide fielen durch ungewohnt schlampige Eröffnungsbehandlung auf und standen bereits nach der Eröffnung auf Verlust. Während Stefan sich dann leider auch bald geschlagen geben musste, schaffte Sascha sich zäh zu verteidigen und die Stellung sogar noch in eine Siegstellung zu drehen. Hier nahm das Unglück allerdings bereits seinen Lauf.

Ein Blick auf die anderen Brettern zeigte, dass sich Claudius Mehne am Spitzenbrett und Soroush Wadiei bereits Gewinnstellungen erarbeitet hatten. Claudius Gegner hatte aggressiv eine Figur für mehrere Tempi geopfert aber der Versuch die Initiative dadurch zu übernehmen wurde von Claudius kühl abgefedert. Souroush hingegen konnte einen gewaltigen Angriff bei nicht existierendem Gegenspiel generieren, allerdings in einer hochtaktischen Lage auf dem Brett.

Und auch Michael Doll durch Raumvorteil und Klaus-Dieter Templin durch eine leicht besserer Bauernstellung und dem Läuferpaar konnten auf leichte Vorteile verweisen. Bernhard Weigand und Friedrich Seischab hatten zu diesem Zeitpunkt eine minimal schlechtere Stellung zu verwalten.

Diese Ausgangslage veranlasste dann Sascha, nachdem er die ganze Partie unter Druck gestanden hatte, leider zu einem Remisangebot, dass der Gegner auch freudig annahm. Ein wichtiger halber Punkt, der nachher fehlen sollte. Bernhard war wohl zu dem selben Schluss gekommen und wickelte ebenfalls ins Remis ab. War diese Rechnung allerdings schon öfter aufgegangen, so nicht diesmal.

Zwar konnte Claudius wie gewohnt sauber den Punkt einfahren, doch leider verlor Soroush diesmal in dem taktischen Gemenge die Übersicht und eine Figur. Damit ging der Punkt unerwartet nach Bebenhausen. Auch Michaels Stellung hatte sich in ein schlechtes Endspiel mit rückständigem Bauern verwandelt. Als dieser verloren ging, war damit auch leider das resultierende Endspiel nicht mehr zu halten und der Punkt wanderte ebenfalls nach Bebenhausen.

Mussten also noch irgendwo 2 Punkte her. Und Friedrich sollte liefern! Nach dem er sich zäh verteidigt hatte, konnte er eine Unachtsamkeit des Gegners nutzen um am Damenflügel den b2-Bauern herauszuoperieren. Durch geduldiges Lavieren und weitere Vereinfachungen konnte er den Mehrbauern in ein gewonnenes Damenendspiel transferieren und dieses nicht ganz einfache Endspiel auch tatsächlich gewinnen. Weiter so, starke Leistung!

Damit ruhten die Hoffnungen auf Klaus. Aber es war halt der Wurm drin. Optisch überlegen, mit Läuferpaar und besserer Struktur ausgestattet, musste er leider eine Zugwiederholung hinnehmen, um den gegnerischen König dran zu hindern am Damenflügel einzubrechen. Ergo leider nur Remis und damit war die 3,5-4,5 Niederlage und der verpasste Aufstieg besiegelt.

Schwache Nerven und viel Pech. Damit muss der Aufstieg dann wohl leider noch ein Jahr warten. Aber wenn man die Gesamtsaison und den starken Nachwuchs betrachtet, sicherlich kein Ding der Unmöglichkeit (SM).

SK Bebenhausen II – SV Nürtingen 4,5:3,5

Frick – Mehne 0:1, Roth – Weigand 0,5:0,5, Carstens – Mareck 0,5:0,5, Kauth – Auch 1:0, Korenchenko – Doll 1:0, Omert – Templin 0,5:0,5, Freiherr von Hauff – Wadiei 1:0, Andrei – Seischab 0:1

Bezirksjugendmeisterschaften: Nürtingen erneut sehr erfolgreich

Bei den diesjährigen Meisterschaften der Bezirksjugend Neckar-Fils konnte die Schachjugend aus Nürtingen wieder viele Erfolge vermelden.

Zunächst mal kamen wir mit dem größten Team aus dem Bezirk an, mit insgesamt 13 Jugendlichen (12 aktiv, 1 passiv) stellten wir die größte Einzelgruppe unter den teilnehmenden Vereinen. Und auch bei den Ergebnissen und den Qualifikationsplätzen zur württembergischen Meisterschaft können wir viel Positives vermelden, besonders unsere Mädchen konnten sich auszeichnen.

Wir waren in den Gruppen U10 bis U16 vertreten, in der U18 konnten wir keine Teilnehmer stellen.

In der U10 gingen für uns Rohan und Alina Z. ins Turnier. Rohan erwischte mit 2/2 einen blendenden Start, musste aber dann gegen die Spitze der Altersklasse etwas Federn lassen und kam am Ende als 15. ins Ziel und konnte sich seine erste DWZ erspielen.

Mit anderen Vorzeichen startete Alina, in den ersten 3 Runden musste sie ihren Gegnern gratulieren. Danach aber kam eine furiose Aufholjagd mit 4 Siegen und Folge. Diese Serie wurde mit dem 11. Platz, aber vor allem mit dem Pokal für die U10 Bezirksmeisterin belohnt. Damit verbunden ist auch die Qualifikation für die WJEM in Lindau.

In der U12 starteten Till, Kyrill und Leona im Wettstreit um die Platzierungen und Pokale. Till musste nach 2 Runden leider aussteigen, aber konnte bis dahin mit 50% ein DWZ-Plus verbuchen. Kyrill wurde mit 3 Punkten neunter in seiner Altersklasse und musste nur DWZ-stärkeren gratulieren. Eine solide Leistung, die Hoffnung für die kommenden Jahre macht. Das beste Ergebnis lieferte in dieser Altersklasse Leona ab, die mit dem klaren Ziel der Qualifikation angereist war.

Mit 4 Punkten lieferte sie ein bärenstarkes Turnier ab, das ihr auch ca. 100 DWZ-Punkte einbrachte. In der letzten Runde musste sie leider nach einem Einsteller noch dem späteren Drittplatzierten gratulieren, was ihr Platz 3 und den Titel der Bezirksmeisterin kostete, aber das Ticket für die WJEM war bereits nach Runde 5 sicher gelöst. Eine klare Belohnung für die sehr starken Auftritte in den vorherigen Runden. Somit wird auch sie in den Osterferien in Lindau antreten dürfen.

Die U14 war dann in der Hand der Mädchen. Den 10 Jungs standen 11 Mädchen gegenüber, im Schach ein äußerst seltenes und daher umso erfreulicheres Ereignis.

Für uns starteten mit Anna (unter ihrem aktiven Verein Reutlingen angetreten) und Anhelina zwei weitere Anwärterinnen auf die Qualifikation. Und auch sie sollten liefern. Anhelina hatte zwar ein paar knappe Partien auf dem Brett und musste bis zur letzten Runde warte, bis mit ihrem Sieg über eine Mitkonkurrentin der Qualifikationsplatz unter Dach und Fach war. Mit 3,5 / 5 auch hier ein starkes Ergebnis. Und Anna sollte es noch besser machen. Auch sie hatte in der letzten Runde nochmal ein Hammerlos, konnte dort den Spitzenreiter entthronen und gewann damit sowohl den Titel der weiblichen wie auch der gemischten Klasse. Und natürlich sehen wir dann auch beide in Lindau.

In der U16 hatten wir mit fünf Teilnehmern und einer Teilnehmerin unsere stärkste Fraktion.

Paul und Kaan spielten im hinteren Tabellendrittel und konnten dann die Plätze 20 und 18 erringen. Ravi wurde mit 2,5 Punkten 13. der Tabelle und wurde mit einem DWZ-Plus belohnt, er musste dabei 4 seiner 5 Spiele gegen Vereinskameraden spielen. James spielte teilweise sehr stark und hatte im letzten Spiel noch gute Chancen auf den WJEM-Platz, leider verlor er die letzte Runde und kam damit auf dem 7. und damit ersten Nichtqualifikationsplatz an.

Besser machten es Finnja und Friedrich, wobei auch hier das beschleunigte Schweizer System und die geringe Rundenanzahl für Schweißperlen auf der Stirn sorgte. Bereits nach Runde 3 hatten wir auf der Heimfahrt analysiert, dass sie vermutlich gegen die beiden Spitzenreiter mit über 1900 DWZ in der letzten Runde nochmal werden antreten müssen und damit die einzigen aus dem Starterfeld sein werden, die beide Topspieler bekommen werden.

Finnja hatte zwar die Qualifikation bereits früh sicher, dafür waren in der U16 einfach zu wenige Mädchen am Start, aber sie lieferte sich einen harten Kampf um den Titel der Bezirksmeisterin. Und sie musste in der letzten Runde mindestens ein Remis gegen den späteren Sieger mit über 1900 DWZ erreichen. Die Analyse ergab im Vorfeld, dass die Farbverteilung wohl für sie sprechen würde, sie bekam Weiß in der letzten Runde und die ELO-Statistik zeigte, dass ihr Gegner mit Schwarz die deutliche schlechtere Performance aufwies. Die Partie war hart umkämpft und endete schließlich mit dem Remis-Endspiel der beiden blanken Könige. Ihr Gegnerschnitt lag auch um ca. 450 Punkte über dem ihrer Konkurrentin, aber am Ende hätten natürlich die Punkte gezählt, da ist das Schweizer System gnadenlos. Aber alles nochmal gut gegangen, sie wurde Bezirksmeisterin und insgesamt Vierte mit 3,5/5.

Auch Friedrich hatte vor der letzten Runde noch mit der Auslosung gehadert, auch er musste gegen einen 1900er ran, auch er brauchte unbedingt noch mindestens einen halben Punkt für die sichere Qualifikation. Bereits nach Runde 3 hatten wir ja dieses Szenario auf der Heimfahrt analysiert und voraussichtliche Schwäche des Gegners bei der Zeiteinteilung thematisiert. Und auch hier sollte es so kommen, mit einem Zeitvorteil von ca. 25 Minuten in einem schwierigen Turmendspiel konnten nicht mehr alle Drohungen pariert werden und es wurde ein wackliger Sieg, aber auch der bringt einen vollen Punkt. So konnte Friedrich am Ende den zweiten Platz erlangen und auch die Qualifikation sichern.

Mit 5 bzw. 6 Qualifikationen haben wir auch die meisten Tickets aller teilnehmenden Vereine für die WJEM gesichert.

Wir danken allen, die unsere Vereinsfarben vertreten haben, gratulieren nochmal unseren Qualifizierten und wünschen schon mal viel Erfolg für die WJEM! (SG)

Senioren-Team Ü50 gewinnt in Botnang

Die Seniorenmannschaft des SVN, die in der Württembergischen Senioren Mannschafts-Meisterschaft Ü50 antritt schlägt die SM Botnang mit 2,5:1,5.

Nach dem schnellen Sieg von Gerd Aring, sein Gegner hatte zu sehr auf „Chance“ gespielt, einigten sich Sascha Mareck und Bernhard Weigand jeweils auf eine Punkteteilung. Mit einem Rückstand von 1:2 wollte der vierte Botnanger weiter spielen. Am Ende gereichte eine Zugwiederholung zum Remis, und der Gastgeber wollte auch die Stellung nicht öffnen, zumal Klaus Templin über das Läuferpaar verfügte.

Die Ergebnisse der 3. Runde im Detail, und die Paarungen der 4. Runde die am Samstag, 21. Februar 2026 ansteht, bei der das SVN-Team dann Heimrecht hat.

Leider ist es dem SVW wegen der Gastspieler-Regelung nicht möglich, das Turnier im Ergebnisdienst SCHACH.liga.nu zu listen.

Dicker Turm Esslingen zu stark für Nürtingen 3

Am 18.01. reiste die dritte Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Esslingen, wo mit dem aktuellen Tabellenzweiten der Bezirksliga ein besonders starker Gegner wartete. Trotz einer leicht ersatzgeschwächten Aufstellung wollte das Team die Herausforderung annehmen und prüfen, ob sich dennoch der ein oder andere Punkt entführen lässt.

Am ersten Brett konnte Stefan die Partie lange ausgeglichen halten und kam mit einem positionellen Bauernopfer zu einigen Drohungen. In der zweiten Zeitnotphase entschied dann ein fehlerhafter Übergang ins Bauernendspiel die Partie zu Gunsten seines Gegners.

Nach einer ausgeglichenen Eröffnung konnte Max mit Schwarz den Anzugsvorteil seines Gegners neutralisieren. Im Mittelspiel wurde er jedoch zu gierig und griff nach einem vermeintlich vergifteten Bauern. Dieser Entschluss erwies sich als Wendepunkt, denn danach kippte die Stellung zunehmend zu Gunsten des Gegners.

Die Partie von Hendrik verlief vergleichsweise ruhig. Zwar erspielte er sich zu Beginn einen kleinen Vorteil, doch dieser konnte vom Gegner schnell wieder egalisiert werden. In einer ausgeglichenen Stellung ohne realistische Gewinnchancen einigte man sich schließlich auf ein Remis.

Tobias nutzte die etwas ungewöhnliche Eröffnung seines Gegners geschickt aus und kam mit einem starken Angriff gegen den offengelegten König ins Mittelspiel. Die Stellung war objektiv gewonnen, doch unter Zeitdruck fand er nicht die präzisesten Fortsetzungen. Eine Springergabel kostete schließlich eine Qualität, sodass Tobias froh war, im Angriff wenigstens zwei Bauern eingesammelt zu haben. Am Ende war das Remis nicht mehr zu vermeiden.

Tim stand nach der Eröffnung zunächst etwas schlechter, da sein Gegner die Stellung besser behandelte. Nach einigen ungenauen Zügen auf der Gegenseite konnte Tim sich jedoch konsolidieren und die Partie stabilisieren. In der ausgeglichenen Stellung bot er Remis an, das sein Gegner annahm.

An diesem Brett kam es zum „Sebastian-Duell“. Der Nürtinger Sebastian musste früh verteidigen, tat dies jedoch sehr souverän und konnte sogar einen Gegenangriff am anderen Königsflügel aufziehen. Eine falsche Idee bei der Verteidigung eines erneuten Angriffs führte jedoch zum Verlust einer Figur. Der anschließende Gegenangriff verpuffte, und so ging die Partie letztlich an den Sebastian aus Esslingen.

James hatte es mit einem sehr starken Gegner zu tun. Ein Figurenopfer, das einen Mattangriff einleiten sollte, schlug leider nicht durch. Ohne ausreichende Kompensation blieb ihm wenig entgegenzusetzen, sodass er sich bald geschlagen geben musste.

Am letzten Brett geriet die Nürtinger Seite früh unter Druck. Eine frühe Rochade ermöglichte dem Gegner einen starken Königsflügelangriff, unterstützt durch deutlichen Raumvorteil. Ein unglücklicher Turmzug erlaubte schließlich eine entscheidende Springergabel, woraufhin die Partie von Vanessa aufgegeben werden musste.

Am nächsten Spieltag wartet ein echtes Kellerduell: Nürtingen 3 empfängt zuhause Göppingen 2. Im direkten Aufeinandertreffen des Tabellenletzten mit dem Vorletzten geht es um wichtige Punkte und die Chance, sich im Tabellenkeller Luft zu verschaffen. (TW)

Nürtingen 2: unglückliche Niederlage gegen Dettingen Erms

Nürtingen II wollte als Tabellendritter in der Bezirksliga im Spiel gegen den Zweiten Dettingen Erms versuchen, eigene Ansprüche auf Platz 2, der wahrscheinlich zu einem Relegationsspiel um den Aufstieg berechtigt, anzumelden. Das misslang, wenn auch nur knapp.

Es dauerte fast drei Stunden bis zur ersten Entscheidung. Julian Stehr siegte für das Heimteam im Königsangriff. Nach Bauernnachteil steuerte dann Jürgen Zink in einem Turmendspiel noch ein wichtiges Remis bei. Die Niederlage von Heiko Schmidt wollte und konnte Wolfgang Kudlich wett machen, spielte aber trotz Qualitätsplus nicht aktiv genug und verlor sogar noch.

Da auch Christian Friz seinem Gegner gratulieren und Abdul Gündogdu gar seine erste Saisonniederlage quittieren musste, waren beim Stand von 1,5:4,5 die Mannschaftspunkte damit schon in Dettinger Hand. Julian Theissler und Friedrich Seischab konnten mit ihren Erfolgen leider nur noch Ergebniskosmetik betreiben. (WK)

SV Nürtingen II – SV Dettingen Erms 3,5:4,5

Gündogdu – Kleih 0:1, Zink – Kermer 0,5:0,5, Seischab – Wezel 1:0, Kudlich – Doster 0:1, Theissler – Weible 1:0, Friz – Tumbass 0:1, Schmidt – Schmid 0:1, Stehr – Hoch 1:0