Nürtinger U16 Mädels erneut baden-württembergische Meisterinnen

Mit großen Zielen waren unsere Mädels am ersten Juli-Wochenende nach Karlsruhe gefahren, um die baden-württembergischen Mädchenmannschaftsmeisterschaften zu spielen. Als Ziel war die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft klar ins Auge gefasst, dafür musste es einer der ersten drei Plätze werden.

Unser Team, das waren Enya Wang (unsere Stamm-Gastspielerin aus Schönaich), Finnja Gold, Anhelina Stepanova sowie Leona und Alina Lohmüller.

Die Anmeldungen liefen leider schleppend, einige Vereine waren von der Organisation als dreitägiges Turnier etwas überrascht, so dass sich am Ende nur drei Teams einfanden, etwas enttäuschend nach den sieben Mannschaften letztes Jahr, die Qualifikation war aber damit also schon in der Tasche. Wir zogen daher unser Ziel nach, wir wollten nach 2024 erneut ganz oben auf dem Treppchen stehen.

In der hervorragend von den Badenern (hauptsächlich KSF, danke hier vor allem an Kristin und Jasmin) organisierten Veranstaltung spielten wir dann ein Einzelspielerturnier gegen die jeweiligen Spielerinnen der anderen Teams und Summation der Brettpunkte für das Mannschaftsergebnis.

Das Turnier startete gleich mal mit einer Hiobsbotschaft: Alina war zwar mit angereist, war aber angeschlagen. Wir hofften auf Besserung, aber ein Einsatz war bis zum Schluss nicht möglich, so dass wir keinerlei Rotation durchführen konnten, es mussten sich also alle durchbeißen.

Die erste (Abend-)Runde startete um 18.00 Uhr, Anhelina konnte einen schönen Sieg im Turmendspiel gegen eine stärkere Gegnerin erzielen, Enya gewann klar, Leona verlor. Und Finnja? Sie stand lange gut, teilweise deutlich besser. Aber der ungewohnte Zeitmodus machte sich bemerkbar, Finnja wollte nach 22.00 Uhr die mittlerweile gewonnene Stellung noch nicht ins Remis geben (Antrag auf Inkrement-Umstellung ist laut Regel ein Remisgebot), und dann fiel mit dem Antrag die Zeit und die Partie war sogar verloren.

In der darauffolgenden Nacht hatten wir dann leider auch wenig Schlaf, es gab einige Störenfriede in der Jugendherberge, so dass man am Morgen in ziemlich müde Gesichter schauen musste.

In Runde 2 gewannen dann Enya und Finnja sicher, Leona ließ sich nach einer sehr starken Partie im ausgeglichenen Endspiel eine Figur entführen und musste aufgeben, ähnlich ging es Anhelina, bei ihr hatte sich nach einem ungenauen Springerzug aus dem Nichts ein Mattangriff für die Gegnerin ergeben, der entscheidend Material kostete.

Damit hatten wir nach Runde 2 bereits 1,5 Punkte Rückstand, nach nur jeweils 50% in Runde 1 und 2. Runde 3 leitete dann die Wende ein:

Finnja und Enya gewannen weiterhin stabil ihre Partien, und auch Leona konnte hier einen Punkt beisteuern, Anhelina hatte leider noch einmal das Nachsehen. Aber da Freiburg-Zähringen, der bisherige Tabellenführer, eine schwache Runde spielte, waren wir punktgleich, maximale Spannung vor der finalen Runde.

Die Auslosung der Runde 4 spielte uns dann eigentlich voll in die Karten. Alle 4 Mädels bekamen Gegnerinnen mit geringerer DWZ, wir mussten „nur“ durchgewinnen, wir wissen alle, wie schwer das werden kann.
Leona bekam noch kurzfristig 15 Minuten vor Rundenstart mit der Unterstützung von Enya und Finnja eine neue Eröffnungsvariante gezeigt, die dann 1:1 auch so aufs Brett kam, die Folge war ein schneller Sieg. Immer schön, wenn eine Vorbereitung auch mal so richtig klappt.

Auch Anhelina konnte schnell einen Sieg besteuern, auch hier wurde überzeugend gewonnen. Damit brauchten wir bei Finnja und Enya noch einen Punkt, aber der musste dann schwer erarbeitet werden.
Zuerst remisierte Finnja in einem Schwerfigurenendspiel, im Spiel war die Stellung zu schnell verflacht und einmal musste man auch kurz die Daumen drücken. Bei Enya sah es leider nicht besser aus, sie kam in einem Springer gegen Läuferendspiel unter Druck und musste einen Bauern aufgeben. Aber die verbleibende Stellung mit nur noch einem Bauern auf dem Brett war schwer auf Sieg zu spielen, vor allem in hochgradiger Zeitnot der Gegnerin (Auch hier wäre die Inkrement-Umstellung ein Remisgebot). Am Ende wurde der letzte Bauer geschlagen, das Remis war unter Dach und Fach, und die Mädels krönten sich erneut zur baden-württembergischen Mannschaftsmeisterschaft!

Gratulation auch an Freiburg-Zähringen, die uns einiges abverlangt haben. Dritter wurde Murrhardt.

Ganz herzliche Glückwünsche sowohl aus Vorstand wie auch von vielen Vereinsmitgliedern! Ihr habt das klasse gemacht!

Für uns geht es dann zwischen Weihnachten und Neujahr auf die deutsche Meisterschaft, dieses Jahr sind wir in Breisach, ungewohnt nah nach Rotenburg/Wümme (2025) und Neumünster (2024).  (SG)

Vereinsjugend-Meister ist Friedrich Seischab

Während ein Mädchenteam am ersten Juli-Wochenende zu einem externen Turnier fuhr, wurde am 4. Juli im Salemer Hof die Vereinsjugend-Meisterschaft ausgetragen. Um dieses Turnier in der zu Ende gehenden Saison 2025-26 zu spielen, war das Terminzugeständnis notwendig, nach den Sommerferien beginnt ja bereits die neue Wettkampfperiode. 13 Teilnehmende hatten sich für den Samstag angemeldet. Sechs ältere Jugendliche der Jahrgänge 2009-2011 spielten in der Gruppe A, sieben Teilnehmende umfasste die Gruppe B mit den Jahrgängen 2014-2016, in der sich auch ein Mädchen, Jahrgang 2017 traute. Respekt!

Gruppe A – Jahrgänge 2009-2011

Foto: Klaus Templin

Der noch 15-jährige Friedrich Seibschab, der auch den Erwachsenen schon Paroli bietet, zog in der Gruppe der Älteren einsam seine Kreise. Mit 5 Punkten aus 5 Partien sicherte er sich den Titel als Vereinsjugend-Meister der Saison 2025-26. James Wang zeigte ein überzeugendes Spiel und musste sich nur dem Turniergewinner beugen. Mit 4 aus 5 erzielte er den zweiten Rang. Den 3. Platz mit 3 Punkten nimmt Ravichandra Anantatmakula ein, der sich ebenso wie James und dem Sieger auf einen Pokal freuen darf. Auf den weiteren Plätzen folgen Fabian Tapp (1,5), vor Tom-Luca Aurich (1) und Kaan Aslan (0,5). Diese drei erhalten für ihre Teilnahme je eine Urkunde.

Gruppe B – Jahrgänge 2014-2017

Foto: Klaus Templin

In der Gruppe B war der Kampf um die Spitze spannender. Kyryl Kuksa, Till Hofmeister und Sharvesh Rajakumar waren fast gleich auf. Deshalb wurde noch eine 6. Runde angehängt. Danach ist Kyryl mit 5 Punkten und 20 Buchholzpunkten als Sieger der Gruppe B hervorgegangen, auch im direkten Vergleich gegen den Zweitplatzierten behielt er die Oberhand. Zweiter wurde Till, ebenfalls mit 5 Punkten und 16 Buchholzpunken. Den 3. Platz hat sich Sharvesh mit 4 Punkten erobert. Weiter folgen Rohan Anantatmakula mit 3 (19,5), Bastian Kutscher 3 (16,5), Hyazinth Höger 2 (19) und Kashvi Singh mit 2 (14). Die drei Erstgenannten erhalten einen Pokal, die anderen bekommen eine Urkunde.

Was sind Buchholzpunkte?

Die Buchholzwertung ist eine Feinwertung im Schach, die bei Punktgleichheit entscheidet. Dabei werden die Punkte der Gegner im Turnier addiert. Je höher die Summe der gegnerischen Punkte, desto höher die Buchholzwertung. Hat man also gegen stärkere Gegner gespielt fällt die Feinwertung höher aus.

Abstiegsspiel gegen Pliezhausen

Durch den Stichkampf gegen Pliezhausen bekam Nürtingen 3 noch einmal eine zusätzliche Chance, den Klassenerhalt in der Bezirksliga zu sichern. Entsprechend angespannt, aber auch hochmotiviert ging die Mannschaft an die Bretter.

An Brett 1 wurden in Stefans Partie zunächst alle Leichtfiguren abgetauscht. Im anschließenden Schwerfigurenendspiel wehrte sein Gegner unter Aufgabe eines Bauern einen Königsangriff ab. In der entstandenen Stellung hätte Stefan mit dem richtigen Zug weiter auf Gewinn spielen können, doch nach einem weiteren Abtausch verflachte das Damenendspiel zunehmend. Am Ende einigte man sich auf ein Remis.

Max konnte nach einer Ungenauigkeit seines Gegners in der Eröffnung diesem einen doppelten Isolani verpassen. Dadurch übernahm er die Initiative und versuchte, den Gegner positionell immer weiter einzuengen. Nach einer ungenauen Abwicklung wurden jedoch Türme und Damen getauscht, wodurch der Vorteil nicht mehr entscheidend auszubauen war. Die Partie endete schließlich mit einer Punkteteilung.

An Brett 3 entwickelte sich Finnjas Partie zunächst sehr ausgeglichen. Im weiteren Verlauf entstand ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, in dem beide Seiten noch Chancen hatten. Da Nürtingen zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2,5:0,5 in Führung lag, bot Finnja Remis an. Ihr Gegner nahm das Angebot an, sodass ein weiterer wichtiger halber Punkt gesichert war.

Auch Hendriks Partie an Brett 4 verlief lange Zeit in ruhigen Bahnen. Aus einer recht ausgeglichenen und geschlossenen Stellung heraus konnte er sich durch einige Ungenauigkeiten seines Gegners einen Vorteil erspielen. Zwar hätte Hendrik durchaus noch auf Gewinn spielen können, doch beim Zwischenstand von 2,5:0,5 für Nürtingen nahm er das Remisangebot seines Gegners an und steuerte damit ebenfalls einen wichtigen halben Punkt bei.

An Brett 5 ging Tobias mit heterogenen Rochaden ein gewisses Risiko ein. Daraus entwickelte sich eine hochkomplizierte Stellung mit zahlreichen taktischen Möglichkeiten und Abzugsmotiven. Nachdem sich die taktischen Verwicklungen etwas gelegt hatten, gelang es Tobias, mit seinen Türmen in die gegnerische Stellung einzudringen. Der Angriff lief ohne echtes Gegenspiel weiter, und nur wenige Züge später wurde der gegnerische König mattgesetzt.

Tim konnte seine Eröffnung ausgeglichen gestalten. Nach einem Springertausch baute er zunehmend Druck auf die gegnerische Stellung auf. Im weiteren Verlauf gelang es ihm, einen Turm zu gewinnen. Diesen materiellen Vorteil verwertete er anschließend sicher, bis seinem Gegner schließlich nur noch die Aufgabe blieb.

An Brett 7 verlief die Eröffnung zunächst ruhig. Es wurden nur wenige Figuren abgetauscht, bevor die Partie direkt ins Mittelspiel überging. Die Nürtinger Seite verfolgte den Plan, das Zentrum zu öffnen, da der gegnerische König noch immer in der Mitte stand. Nach einem Angriff entschied sich Schwarz für den falschen Verteidigungszug und verlor die Partie aufgrund einer entscheidenden Mattdrohung sofort.

An Brett 8 konnte Nürtingen im Mittelspiel zunächst einen Bauern gewinnen, da dessen Verteidigung eine Schwäche in der gegnerischen Königsstellung verursacht hätte. Danach wurde jedoch unglücklich in ein Endspiel mit Dame gegen Türme abgewickelt, wodurch der Vorteil verloren ging. Die Stellung war anschließend nicht mehr zu gewinnen, und man einigte sich auf Remis. (TW)

Jugendversammlung und Mitgliederversammlung am 12. Juni 2026

Jugendversammlung um 17:30 Uhr

An diesem Freitag findet die Jugendversammlung um 17:30 statt. Neben dem Bericht vom Jugendleiter Christian Friz geht es hierbei um eure Wünsche an Spiel, Training, Mannschaften usw.

Es werden neu gewählt: Jugendleiterin bzw. Jugendleiter sowie Jugendsprecherin bzw. Jugendsprecher. Alle aus den Trainingsgruppen sind herzlich willkommen!

Mitgliederversammlung um 20 Uhr

Wir freuen uns über viele teilnehmende Schachspielerinnen und Schachspieler bei der heutigen Mitgliederversammlung. In den traditionellen Berichten des Vorstandteams gibt es einen Überblick über die gesamte Saison, die Verbandsspiele und die Turniere des Vereins mit allen sportlichen Ergebnissen.

Darüber hinaus müssen wir unsere Satzung neu verabschieden, damit wird diese anschließend beim Registergericht eingereicht und hinterlegt.

Die Einladung ist bei der Ankündigung unter SCHACH TERMINE verlinkt.

Neustart für die DWZ 2026

Die Deutsche Wertungszahl, kurz DWZ genannt, gibt die Spielstärke eines Schachspielers an. Diese wird aus den Ergebnissen seiner Wettkämpfe berechnet, eine höhere DWZ bedeutet also eine bessere Spielstärke.

Mit dem Start des neuen Wertungsportals geht eine Anhebung der bisherigen DWZ einher, um diese an die internationale ELO anzupassen.

Die Lebensdauer von DeWIS (Deutsches Wertungs- und Informationssystem) neigt sich dem Ende entgegen. Zugleich bedeutet die Umstellung auf das neue Wertungsportal weit mehr als nur ein Update! Am 8. Juni geht es los und bis 22. Juli 2026 soll die Umstellung von DeWIS auf das Wertungsportal der Firma nu abgeschlossen sein. Das neue System kommt damit aus der gleichen Software-Schmiede aus der ebenfalls unser Ergebnisdienst SCHACH.liga.nu stammt, womit viele Ehrenamtliche nicht glücklich sind.

Spielerinnen und Spieler mit einer DWZ unter 1000 erhalten 400 Punkte zusätzlich. Zwischen 1000 und 2109 gilt die Formel: neue DWZ = 0,64 * alte DWZ + 760. Ab einer DWZ von 2110 bleibt die Wertungszahl unverändert.

Die DWZ wird voraussichtlich am 1. Juli einmalig angepasst.

Das Ergebnis sind engere Abstände, eine realistische Spielstärke-Abbildung und eine bessere Vergleichbarkeit mit ELO. Wir hoffen, dass auch zukünftig die Vereinsliste, die im Menü verlinkt ist, dann ab Ende Juli das neue Wertungssystem referenziert und dies ebenso schnell erreichbar ist.